Museumsboot U995

Modell im Maßstab 1 : 40
Im September 1943 wurde das Boot unter Kapitänleutnant W. Köhntopp bei der Hamburger Werft Blohm und Voss in Dienst gestellt. Im Vorfeld trug U 995 erste Wunden durch die Bombenangriffe auf Hamburg davon. Boot und Besatzung wurden in einer 6-monatigen Ausbildung in der Ostsee auf Herz und Nieren geprüft und frontklar gemacht. Infolge der veränderten Kriegslage und dem Verlust der Atlantikhäfen wurde das Boot zur Verwendung nach Narvik verlegt und erhielt als Operationsgebiet das Nordmeer. Nach ersten Unternehmungen unter dem Kommando von Kapitänleutnant Köhntopp übernahm im Oktober 1944 Oberleutnant zur See Hans Georg Hess das Boot U 995. In dem von Russen besetzten Hafen von Kirkenes wurde im Februar 1945 nach einem Vorstoß von U 995 ein an der Pier liegender Dampfer versenkt. Wenige Tage später wurde dem Kommandanten Hess per Funkspruch das Ritterkreuz verliehen. Er ist der jüngste Ritterkreuzträger der U-Boot-Waffe. Unter dem Hans-Georg Hess fuhr das Boot zu fünf Feindfahrten aus, auf denen 13 Schiffe torpediert und fünf davon versenkt werden, darunter ein Zerstörer und ein Geleitboot. Ingesamt werden 35 Torpedos verschossen. Das Erfahrungsspektrum von Mannschaft und Boot sollte bis Kriegsende breit gefächert sein, von den zu erwartenden Wasserbombenangriffen, über eine Beinahe-Selbstversenkung wegen eines Torpedoversagers bis zum Festsitzen des Bootes auf Grund.
Am 14 März 1945 läuft U 995 zu seiner letzten Feindfahrt aus. Ziel soll ein von Westen kommendes Geleit mit Kursk Murmansk sein. Als die Schiffe nach einem großen Hakenschlag gen Osten auf Einlaufkurs liegen, werden sie dicht unter Küste gestellt und angegriffen. Zwei Libertyfrachter erhalten Torpedotreffer, ein Schiff von etwa 8000 BRT wird versenkt. Nach Beendigung der Unternehmung geht das Boot nach Trondheim in die Werft zum Einbau eines Schnorchels und ist zum Zeitpunkt der Kapitulation noch nicht fahrbereit. Dadurch entgeht es der Operation Deadlight. U 995 wird in Trondheim außer Dienst gestellt, seine Besatzung interniert. Das Boot wird an Norwegen übergeben. Sieben Jahre nach Kriegsende wurde U 995 gründlich überholt. Nach bestandener Erprobung wurde es am 6. Dezember 1952 als KNM Kaura in die königlich norwegische Marine übernommen. Das Kommando bekam Oberleutnant Nils Tiltnes, der später als Inspekteur der norwegischen Unterseeboote tätig war. Fast auf den Tag genau 10 Jahre später, am 15. Dezember 1962, wurde das Boot endgültig ausgemustert und weitere drei Jahre später nach langen Verhandlungen der deutschen Bundesmarine geschenkt. Dies allerdings mit der Auflage, dass das letzte deutsche Boot des Typs VIIC erhalten und ausgestellt wird. Nachdem das Boot im Schlepp nach Kiel geführt wird, vergehen weitere fünf Jahre bis genügend Mittel und ein Standort gefunden sind. Heute hat U 995 seinen Platz am Strand vor dem Marineehrenmal in Laboe gefunden, Obwohl die Boote des Typ VII den zahlenmäßig größten Anteil unter den eingesetzten Booten der Kriegsmarine hatte, ist U 995 – am Rande der Kieler Förde und einer der meistbefahrenen Schifffahrtswege – das letzte seiner Art auf deutschem Boden. Als Museum bietet es Besuchern Einblick in den damals durchaus hohen Stand der Technik und ist eine Erinnerung an die fast 30.000 U-Bootfahrer, die nicht zurückkamen.
 Eigentümer: Roland Verhagen