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Wer die
Marinegeschichte sachkundig durchforstet , stößt auf ein besonderes
Phänomen, das viel zu lange unbeachtet blieb.
Es handelt sich um die
größte Serie von Seefahrzeugen, die in Deutschland je gebaut wurde.
Sie
übertraf an Zahl die der Unterseeboote vom Standardtyp VII c und sogar
jene der Marinefährprähme einschließlich der aus ihnen hervorgegangenen
Artillerieträger. Die deutsche Marine, die in keiner Weise auf den Krieg 1939-1945
vorbereitet war, stand schließlich den Einheiten der beiden bedeutendsten
Seemächte der Welt gegenüber und obendrein denen der Sowjetunion als dem
größten aller Staaten. Fast immer und an allen Fronten war Improvisation
das Gebot der Stunde und zugleich Überlebensnotwendigkeit. So begann 1942
der sehr bald forcierte Serienbau jener boote, die schon im Frieden als
sogenannte "Reichsfischkutter" angedacht und dann als
Kriegsfischkutter (KFK) zum
Begriff wurden.
Nicht weniger als 1072 Exemplare dieser äußerst robusten, in
Kompositbauweise (Nadelholz auf Stahlspanten) erstellten
"Hilfskriegsschiffe für den Vorposten- und Sicherungsdienst"
wurden in Auftrag gegeben und vornehmlich von der Burmester KG Swinemünde
gebaut. Aber auch siebzehn Kleinboot-Werften des neutralen Königreichs
Schweden wurden in die Serienproduktion eingeschaltet, ebenso wie zwölf
holländische, sechs belgische, eine ukrainische sowie zwei bulgarische
sowie zwei griechische Werften. außerdem wurden auch an der Adria solche
Neubauten angefangen, über deren Fertigstellung keine Klarheit mehr zu
erlangen ist. In vielen Einsatzgebieten der 18 000 km lang gewordenen Seekriegsfront vor
den deutschbesetzten Küsten Europas
wurden die KFK-Neubauten zu Rettern
in der Not. Durchschnittlich hatte jedes dieser 110 Verdängungstonnen großen und
"über alles" 24,00 m langen Fahrzeuge 15 Mann Besatzung. Es
sind 612 Kriegsfischkutter fertiggestellt worden.
Und da mindestens 554 im
Fronteinsatz waren, erlebten nicht weniger als 11 000
Angehörige der Kriegsmarine
den Seekrieg auf solchen "fahrbaren
Untersätzen" Die neun Knoten Geschwindigkeit der KFKs nötigten den Männern an Bord
der wesentlich schnelleren serienmäßig gebauten Rumboote - und erst
recht den Schnellbootfahrer - ein nachsichtiges Lächeln ab. Wer aber
jemals mit einem KFK umgegangen ist, der zollt diesen maximal nur 137 PSe
maschinenstarken, hervorragend seetüchtigen Schiffen gehöriges Lob. Sie
bewältigten auch mit schweren Geräten Minensucharbeit überraschend gut.
Mindestens 135 KFKs gingen durch Kriegseinwirkung verloren.

An der Front gab es nahezu keine Aufgabe, die diesen Fahrzeugen nicht
zugemutet wurde.
Sie waren zunächst als Hafenschutz- und
Vorpostenboote gedacht, dann jedoch in immer stärkerem Umfang
Minensuchboote, Geleitfahrzeuge und trotz ihrer dafür eigentlich zu
geringer Geschwindigkeit U-Jäger. Sogar die Küstenjäger der Abwehr
verwendeten Kriegsfischkutter zum Absetzen von Agenten und für andere
Sonderaufträge.
Dieser Schiffstyp "Kriegsfischkutter" war von Anfang an für
eine spätere zivile Aufgabe als wirklicher Fischkutter konzipiert.
Dieser
Grundgedanke der friedlichen Nutzung ist tatsächlich aufgegangen. Nicht
weniger als 293 dieser seetüchtigen Kutter
kamen nach Kriegsende allein
in der westdeutschen Kleinen Hochseefischerei oder durch andere zivile
Verwendungen in Fahrt.
Sie erfuhren Nachkriegsverwendungen als
Vermessungsboote, Forschungskutter, Hafen- und sogar Schulfahrzeuge sowie
Jachten. Zugleich prägten KFKs auch die nichtzivile Nachkriegsgeschichte.
Boote solchen Typs bildeten den Grundstock für den Aufbau
des
Bundesgrenzschutzes See und fungierten nachher auch als das Hafenschutz-
und das Küstenwachgeschwader der neu aufgestellten Bundesmarine.
Nach Kriegsende hatten zunächst 322 solcher Boote wesentlichen Anteil am
Freiräumen des verminten Küstenvorfeldes.
Sie waren beim Deutschen
Minenräumdienst (German Mine-Sweeping Administration =GM/SA) in
Westdeutschland, Dänemark
und Norwegen in Fahrt sowie unter anderen
Vorzeichen, jedoch mit deutschen Besatzungen, in französischen Gewässern.
Deutsche KFKs fuhren nachher als Kriegsbeute auch unter sowjetischer
(140), holländischer (5), französischer (26),
norwegischer (9), griechischer (4) und schwedischer Flagge (1).
Da Boote dieses Typs das Merkmal einer gewissen Unverwüstlichkeit
aufweisen, laufen noch heute - im Jahr 2001 (!) - mindestens zwei Dutzend
solcher Schiffe unter deutscher Flagge oder in deutschen Besitz. Die Skala
reicht vom Segelschulboot NORDWIND der Deutschen Marine bis zu stilvoll
umgebauten Privatjachten und Hochsee-Angelkuttern.
Damit setzt sich dieser außergewöhnliche Bootstyp noch immer als ein
greifbares Stück Gegenwart ein Denkmal,
das wir nicht übersehen sollten.
Das Modell wurde auf Basis des alten Graupner Bausatzes "Fischkutter
ELKE" erstellt.
Am Rumpf waren einige Anpassungen erforderlich. So wurde z.B. im
Heckbereich das Schanzkleid entfernt.
Der Aufbau bekam ein Trägerplattform für eine Vierlingsflak sowie einen
abgeänderten Mast. Im Heckbereich wurde eine Abwurfvorrichtung für
Wasserbomben installiert sowie eine Schleppwinde für ein Ottergerät zur
Minenräumung.
Im Bugbereich wurde ebenfalls eine Trägerplattform für ein weiteres
Geschütz installiert in diesem Fall eine 4cm Flak.
Die passenden Figuren sowie Ausrüstungsgegenstände bekommt man z.B. von
der Firma TAMIYA.
Bei der weiteren Gestaltung dieser Schiffe sind dem Modellbauer
"fast" keine Grenzen gesetzt denn auf diesen Schiffen wurde
einfach alles verbaut was gerade zur Verfügung stand.
Also, für alle die gefallen an einem solchen Boot gefunden haben- viel
Spaß beim nachbauen.
Das Modell wurde im Maßstab 1:36 gebaut
Bauplanmodell
Länge: 66,6 cm /Breite: 17,8 cm /Gewicht: 2,5 kg

Eigentümer: Michael Ludwig |