Schwerer Kreuzer "PRINZ EUGEN"

 

                                       Detailbilder

 

Im Rahmen der Aufrüstung der deutschen Flotte Mitte der Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde auch eine Klasse Schwerer Kreuzer in Bau gegeben. Der Bauauftrag für das dritte Schiff der Admiral Hipper-Klasse wurde bis zur Taufe unter dem Haushaltsnamen Kreuzer J geführt.Das Schiff wurde auch als „Der glückliche Prinz“ oder "Das glückhafte Schiff" bezeichnet, da es verschiedene Einsätze fast unbeschadet überstand (so z.B. das Unternehmen „Rheinübung“ mit dem Schlachtschiff Bismarck, den Kanaldurchbruch („Unternehmen Cerberus“) mit den Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau und das Norwegenunternehmen („Sportpalast“).Bereits während der weiteren Ausrüstung und Fertigstellung erhielt das Schiff in der Werft in Kiel erste Bombentreffer.

Mit der deutschen Kapitulation kam der Kreuzer, der als einzige schwere Einheit der deutschen Kriegsmarine den Zweiten Weltkrieg überstand, in Kopenhagen unter britisches Kommando. Ende Mai 1945 wurde er mit einigen anderen deutschen Schiffen nach Wilhelmshaven gebracht. Im Dezember 1945 fiel das Schiff dann per Losentscheid als Kriegsbeute an die Amerikaner, die das Schiff unter Beibehaltung des Namens als USS Prinz Eugen (IX-300) klassifizierten. Am 13. Januar 1946 überführte man das Schiff nach Philadelphia. Dort wurden in einer Marinewerft diverse Ausrüstungsgegenstände ausgebaut. Am 1. Mai 1946 ging es weiter durch den Panamakanal. Über San Diego erreichte das Schiff am 10. Mai 1946 im Schlepp, weil nur noch ein Kessel arbeitete, Honolulu.
Anschließend erfolgte der Weitermarsch zum Bikini-Atoll, Marshallinseln. Hier wurde das Schiff etwa eine Seemeile entfernt vom Nullpunkt der als Operation Crossroads bekannt gewordenen Atombombenversuchsserie mit zahlreichen weiteren Versuchsschiffen verankert.


Bei der Explosion der Testbombe "Able" am 1. Juli 1946 erlitt das Schiff noch keine sichtbaren Schäden. Am 25. Juli 1946 wurde die Testbombe "Baker" unter Wasser in geringer Tiefe gezündet, wobei das Schiff scheinbar ebenfalls keine Schäden, aber sehr starke Verstrahlung erlitt. Die US-Marine hatte auf den Schiffen anstelle echter Besatzungen Versuchstiere, hauptsächlich Schafe und Schweine. Diese wurden bei den Explosionen getötet. Zu einer grundlegende Beschädigung der Struktur der Prinz Eugen kam es jedoch nicht, während andere Schiffe (die sich näher am Zentrum der Explosion befanden) noch im Testgebiet sanken.Auf den geplanten dritten Test "Charlie", bei dem am 1. März 1947 eine Atombombe in größerer Wassertiefe gezündet werden sollte, wurde letztendlich verzichtet, da bereits der Zweite die verhererende Wirkung auf Schiffe bewiesen hatte.Zwei Gründe waren wohl bestimmend für die Auswahl der Prinz Eugen: Zum Einen war sie ein modernes geschweißtes Schiff. Man wollte die Stabilität der Gesamtstruktur prüfen. Zum Anderen hatte die zeitweise US-Besatzung mit der sehr komplizierten Heißdampfanlage des Schiffes massive Betriebsprobleme.
Das Schiff wurde anschließend zum Kwajalein-Atoll geschleppt. Die Stopfbuchsen der Propellerwellen waren durch die Erschütterungen beim Test undicht geworden und ließen zunehmend Wasser eindringen. Auf Grund der Verstrahlung wurden auch die Lenzpumpen nicht mehr eingesetzt. Das Schiff war ohne Besatzung. Ab dem 16. Dezember 1946 setzte zunehmende Krängung nach Steuerbord ein, die immer stärker wurde, bis das Schiff schließlich am 22. Dezember 1946 kenterte. Das Wrack befindet sich auf der Position 8° 45′ 9,85″ n. Br., 167° 40′ 59,16″ ö. L. Koordinaten: 8° 45′ 9,85″ n. Br., 167° 40′ 59,16″ ö. L. im seichten Wasser ca. 250 Meter vom Strand entfernt. Der hintere Teil des Unterwasserschiffes mit den Schraubenwellen und den verbliebenen zwei Schrauben und das Ruder ragt aus dem Wasser heraus.

Der Deutsche Marinebund bemühte sich um Bergung und Rückführung einer der drei Schiffsschrauben. Die Verhandlungen dazu wurden bis Ende des Jahres 1978 abgeschlossen. Die Schraube ist auf dem Gelände des Marineehrenmals in Laboe aufgestellt. Eine der Torpedozielanlagen (Backbord hinten) befindet sich im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven.




Das Modell wurde im Maßstab 1:144 gebaut
Länge über alles: 1.470 mm; Breite: 158 mm; Tiefgang: ca. 50 mm



Gebaut von: Thomas Baur

 

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