| Tankdampfer "JUPITER" |
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Versetzen
wir uns einmal kurz in die Zeit unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg zurück
und erinnern wir uns an ein Schiff, Gefeiert
und bejubelt wird der Tankdampfer „Jupiter“ im März 1914 von der DPAG
abgenommen. Bei einer Tragfähigkeit von 18.600 tdw ist er der größte
Tankdampfer der Welt. Die „Jupiter“ kann 20 Millionen Liter Petroleum
befördern, was sich in einem Gesamtwert von 2 Millionen Goldmark ausdrückt.
Außerdem hat das in 17 Abteilungen unterteilte Schiff vor der Brücke
noch einen Laderaum für Kistenöl (Lampenöl). Im Achterschiff sind noch
zwei Süßöltanks von je 500 l vorhanden. Die Pumpenanlage erlaubt es,
die Ladung der „Jupiter“ in 16 bis 17 Stunden zu löschen. Als
Antriebsanlage dienen Vierfach-Expansionsmaschinen mit maximal 3.500 PSi
bei einer Drehzahl von 70–75 U/min, die der „Jupiter“ eine
Reisegeschwindigkeit von 10,5 kn verleihen. Bei der Probefahrt werden 11,2
km/h erreicht. Aus Sicherheitsgründen besteht zwischen den Tankzellen und
dem Maschinenraum ein Kofferdamm von 0,90 m, der mit Wasser gefüllt ist,
um der Brandgefahr vorzubeugen. Rumpfboden und Tankzellen hatten doppelte
Wände. Dieser doppelte Rumpf sollte die Undichtigkeiten der Tankzellen
auffangen. Welch ein „Fortschritt“, dass dieses System 80 Jahre später
wieder „entdeckt“ wird. Die
„Jupiter“ besitzt bereits drahtlose Telegrafie und eine Anlage für
Unterwasserschallsignale. Sie ist damit das modernste Handelsschiff der
Welt. Vergleichbare Schiffe werden erst 30 Jahre später gebaut. Als
Besatzung werden 114 Mann angegeben, wovon 74 Heizer sind. Offiziere und
Decksmatrosen wohnen vorn im Shelterdeck, das Maschinenpersonal im
Achterschiff. Während
des Ersten Weltkriegs ist der Tanker für eine improvisierte Reederei
eingetragen: die BAPICO in Danzig; in Fahrt gebracht wird er 1919. Später
wird er von der Standard Oil übernommen und geht in US-Besitz über. Im
Zweiten Weltkrieg wird er vor New York torpediert, bleibt aber schwimmfähig
und wird repariert. Bis 1954 ist er noch registriert, danach verliert sich
seine Spur. |