Die 31 Zerstörer der Spruance-Klasse waren die ersten größeren amerikanischen Kriegsschiffe mit Gasturbinenantrieb. Es war eine deutliche Abkehr von den traditionellen Bauweisen. Diese Schiffe wurden in Modularbauweise erstellt, bei der große Teile des Rumpfes auf verschiedene Werften vorgefertigt und dann auf der Helling zusammengeschweißt wurden.
Der Bau der Klasse zog sich bis in die frühen 80er Jahre hin.

Platz für Wachstum

Die Schiffe wurden viel größer als die vorangegangenen amerikanischen Zerstörer, bei ihrem Bau hatte man schon Zuwachs mit berücksichtigt. Aufgrund ihrer Größe und der modularen Bauweise konnten ganze Waffensysteme, Ausrüstungsteile und Sensoren problemlos nachträglich installiert werden. Sie wurden ursprünglich als U-Jagd-Zerstörer entwickelt, ihre Aufgabe war es, feindliche schnelle U-Boote bei jedem Wetter aufzuspüren und zu vernichten. 24 Schiffe der Klasse bekamen aber in den 80er Jahren auch eine starke Bewaffnung gegen Land- und Schiffsziele.
Dazu wurde ein mit 61 Kammern versehenes Senkrechtstartsystem (VLS) für Flugkörper eingebaut, mit dem Tomahawk und ASROC gestartet werden können. Eigentlich werden amerikanische Zerstörer immer für eine Lebensdauer von 30 Jahren gebaut, aber die sieben Schiffe der Klasse, die nicht auf die Tomahawk nachgerüstet wurden, sind schon nach nur zwei Jahrzehnten Einsatzzeit ausser Dienst gestellt worden.

Hubschrauber

Bei ihrer Fertigstellung waren die Schiffe mit zwei Hubschrauber vom Typ Kaman SH-2D/F Seasprite LAMPS Mk. I ausgestattet worden, aber die hauptsächliche Waffe zum Einsatz gegen U-Boote ist jetzt der SH-60B Seahawk LAMPS Mk. III, mit dem die Reichweite der Waffen und Sensoren des Schiffes bis weit über den Horizont ausgedehnt werden konnte. Die H-60B werden zur Zeit flottenweit auf den Stand SH-60R nachgerüstet. Zweitaufgaben für die Bordhubschrauber sind Artilleriebeobachtung, 
Zielauffassung über den Horizont hinweg, Bergen und Ausfliegen von Verwundeten, Transport und Rettungsdienst.
Wohnlichkeit und Bequemlichkeit für die Besatzung hatten schon bei der Konstruktion hohe Priorität, dazu gehören ein Aufenthaltsraum, Geldautomat, Sporthalle, Lehrsaal und Kantine.

Technische Daten:


Stapellauf/Bauwerft:
17.06.1978/Ingalls Shipbuilding-West Bank, Pascagoula Mississippi (USA)
Schiffsart und -Klasse: U-Jagd-Zerstörer
1987: Zerstörer 
Typschiff: Spruance
Schwesterschiffe: 30 Einheiten
NATO-Nummer: DD 985
Besatzung:  259 Mann
Technische Angaben: Nach Umbau 1987:
Gewicht voll ausgerüstet: 8.040 ts
Länge über alles: 172 m; Breite: 16,80 m; Tiefgang: 8,80 m
Antrieb: 4 General Electric LM2500 Gasturbinen mit 80.000 PS auf zwei Wellen mit Verstellschrauben
Geschw.: ~33 kn
Fahrbereich: 6.000 sm bei 20 kn
Bewaffnung: 2 Geschütze-127 mm L/54 Mk.45 Mod.0 in Einzeltürmen;
2 CIWS-20 mm L/76 Mk.15 Phalanx;
1 BPDMS-Starter-Mk.29 Mod.0 (2×4 Zellen) für Sea Sparrow (RIM-7M), 24 Raketen;
1 Nahbereichsflugabwehr (21 Zellen) für RAM (RIM-116A);
1 FK-Waffensystem Mk.41 Mod.0 (VLS),
29 ASROC-VLA und 32 aus diversen TOMAHAWK-Modellen;
2 Mk.141 Mod.0 Starter (2×4 Zellen) für Seeziel-FK Harpoon;
6 UTR-32,4 cm als Dreiersatz für Mk.46 Torpedos;
1 Mk.36 Super RBOC Düppel-Mehrfachwerfer (für ECM);
2 Hubschrauber LAMPS III (SH-60B oder SH-60R Seahawk)
Elektronik:  1 Radar AN/SPS-40E (Luftraumüberwachung);
1 Radar AN/SPS-55 (Seeraum-Suchradar);
1 Radar AN/SPG-60 (Beleuchter & Verfolgung, Luftraum.);
1 Radar AN/SPS-65 (Raketen-Feuerleitradar, Überwasser.);
1 Radar AN/SPQ-9A (Beleuchter & Verfolgung, Überwasser.);
1 Radar KH 14/9 (Navigation mit Funkpeiler.);
1 Feuerleitgerät Mk.23 TAS (Lenkwaffen);
1 Feuerleitgerät Mk.13 Mod.1 (Harpoon);
1 Feuerleitgerät Mk.86 Mod.3 (Geschütze);
1 Feuerleitgerät Mk.116 Mod.0 (U-Jagd);
1 Sonar Anlagenverbund SQQ-89:
1 Sonar SQS-53B als Bugsonar,
1 Schlepp-Sonar SQR-19 TACTAS,
2 LAMPS III-Sonare SQQ-28;
1 TACAN URN-20 (Gefechtsinformationssystem);
1 NTDS (Marine Tacktisches Datensystem)
1 SLQ-32(V)2 (für ECM);
1 AN/SLQ-25 Nixie Torpedo
Endschicksal: Indienststellung am 04.09.1979. Basis Yokosuka, Japan. Außerdienststellung am 21.09.2005. Aufgebraucht als Zielschiff bei RIMPAC 2008. 

Im Jahre 1974 bestellte die Regierung sechs Einheiten einer mit SAM ausgerüsteten Version der Spruance-Klasse für den Einsatz im Persischen Golf und im Indischen Ozean. Aufgrund der Revolution im Iran wurden zwei Stück 1979 storniert, während die restlichen vier bei der U.S. Navy als Kidd-Klasse in Dienst gestellt wurden. Dabei handelt es sich um Mehrzweckzerstörer mit überaus starker Bewaffnung. Eine Zeitlang wurden sie bei der amerikanischen Marine inoffiziell auch als die Ayatollah-Klasse bezeichnet.

Das Modell wurde im Maßstab 1:100 gebaut,
Aussehen von 2004
Baukastenmodell

Länge 172 cm/ Breite 16,8 cm/ Gewicht 12 kg

Eigentümer: Michael Ludwig